Spendenprojekt 2007/2008

Wiederaufbau eines Wasserbrunnens in Südindien

„Entwicklungshilfe von Heute ist Friedenspolitik von Morgen“. Nach diesem Zitat von Willy Brandt begannen die Jugendlichen der Freizeitstätte Oberschleißheim ihre Mission in Indien. Diese Mädchen und Jungen reisten von 17. bis 31. März 2008 nach Indien, um am Aufbau von zwei Wasserbrunnen in Marthandam Thurai in Südindien mitzuwirken. Des Weiteren wurden die gesammelten Spenden in Höhe von 3.578 Euro für das Brunnenprojekt und für die am stärksten von Armut betroffenen Familien dem Priester vor Ort übergeben. Von diesem Geld konnte auch noch eine lebenswichtige Operation für einen 17jährigen Jugendlichen bezahlt werden.

Nachdem wir am 17. März in Trivandrum landeten, wurden wir von dem zuständigen Priester empfangen und zu dem kleinen Ort Marthandam Thurai, das vom Tsunami größtenteils zerstört wurde, gebracht, in dem wir bei den Grabungen für die Wasserbrunnen mitwirkten. Durch Gespräche mit den Menschen vor Ort hatten wir die Gelegenheit, viel über deren Lebenssituationen und Lebensverhältnisse zu erfahren.

Der Priester und einer der Mitinitiatoren des Wasserbrunnenprojekts berichteten über ihre Arbeit, durch die den ärmsten Familien des Ortes geholfen wird. Die Armut der Familien, ihre Lebensverhältnisse und Lebensbedingungen war für uns unglaublich schockierend und die Jugendlichen waren sehr betroffen von den Lebensgeschichten der Frauen, Männer und Kinder vor Ort. Die meisten Kinder können nicht in die Schule gehen, da sie schon in jungen Jahren arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen, die in einfachsten Lehm- und Blechhütten leben. Zum Teil leben 28 Menschen in einem Raum von 20 qm.

Der Bau der Brunnen begann jeweils nach einem kurzen gemeinsamen Gebet und der Segnung der Bauplätze. Das Graben der Löcher, die 30 Fuß Tiefe erreichen mussten, war eine schweißtreibende Arbeit, die zusammen mit den einheimischen Arbeitern und den Jugendlichen der Freizeitstätte bewältigt wurde.

Die Jugendlichen kauften Unmengen von Getränken, Keksen und Süßigkeiten, die gemeinsam an die einheimischen Kinder, Jugendlichen, Frauen und Männer verteilt wurden.
Die Bewohner von Marthandam Thurai freuten sich sehr darüber und die Kinder freundeten sich mit den Oberschleißheimer Mädchen und Jungen schnell an und spielten gemeinsam. Dabei wurde den Jugendlichen bewusst, wie man die Menschen mit kleinen Gesten glücklich machen kann und dass man in Indien von Armut Betroffenen mit sehr wenig Geld viel ermöglichen kann. So kostet zum Beispiel der Schulbesuch eines Kindes für ein Jahr nur 60 Euro, bietet den Kindern aber die Aussicht auf eine bessere Zukunft.

Nachdem die Brunnenrohre vollständig verlegt waren, wurden die Brunnen von dem Priester durch ein gemeinsames Gebet eingeweiht.

Nach einem weiteren Informationsaustausch mit den Bewohnern von Marthandam Thurai ging unsere Reise weiter durch das Land. Dabei besuchten Schulen und soziale Einrichtungen, um die Lebensverhältnisse der indischen Bevölkerung besser kennen und verstehen zu lernen.

Eine alte Frau in Marthandam Thurai meinte: „Die Welt ist so groß und Indien ist es auch. Warum seid ihr von so weit hergekommen, um uns zu helfen? Warum nur?“

Auf unserer weiteren Reise besuchten wir Kanyakumari, Kovalam, Mumbai, Dehli, Agra und Jaipur

Hier geht’s zum Download des Erlebnisberichts